Vom Eigentum und Abhängigkeiten

Anja

Chefin
Es begibt sich in den Zeiten der Cholera, dass ein Hure und ein Freier sich etwas näher miteinander beschäftigen.
Sie ein devotes Dreilochluder, er ein Macher, denkt man sich.

Der erste Termin noch vor Wochen war ein netter Fick zum warm werden wie es heute scheint, der zweite dann eher eine filmreife Fickerei mit allerlei Spielarten, die beide so nicht erwartet hatten. Gesprochen wurde dabei zwei Stunden lang nichts, wie auch - Münder und Lippen waren keine Sekunde voneinander getrennt. Für beide war es ein Rausch. Haut, Spucke, Hitze, Schweiß. Nach zwei Stunden musste sie gehen, der nächste Fick stand an. Und er musste wichsen, die nächste Erektion stand an.

Das Nachbeben beim ihm, das Nachbeben bei ihr. Es war da am nächsten Tag. Und am übernächsten. Und auch an den Tagen danach.

Und so begannen die ersten kurzen Textnachrichten ihren Weg von ihm zu ihr und zurück. Man war schnell wieder beim Thema, nein, man war im Thema, denn das Ficken ging nahtlos weiter verbunden nur durch Text, berührt durch Worte, heiß und nass durch die eigenen Hände im Schritt.

Ab dem nächsten Tag gab es Regeln, Verbindlichkeiten und Verantwortung. Seine letzte Nachricht zur guten Nacht lautet ungefähr: Ich habe Dich eben vollgemacht. Es war viel. Es war sehr viel Saft, den ich in Dir haben musste. Ich werde in Dir sein und es bleiben die ganze lange Nacht.

Schon am Morgen schrieb sie zurück:

[7:55] Sie: Woran hast du gedacht als du gespritzt hast?

[8:55] Er: An Deinen nassen Schoß.
[8:55] Er: An Deinen nassen, triefenden Schoß.

[10:55] Sie: Dir ist klar, das dein Schwanz nun mir gehört, mir gehören muss, mir alleine!
[10:56] Sie: Ich will, dass du an mich denkst, wenn du wichst und du mir schreibst, wenn du es machst!

[12:01] Er: Jedes einzelne Mal? Immer?
[12:03] Er: Ok. Wenn Du das Eigentum an mir übernehmen willst, gibt es dafür ein Ritual. Führe es aus und ich gehöre Dir.

[13:56] Sie: Ja. Das werde ich tun. Ich will das. Ich will, dass du abhängig wirst von mir, du keinen klaren Gedanken mehr fassen kannst, wenn dein Schwanz nicht ständig in mir ist. Schreibe mir, was ich wissen muss!

...

[16:13] Er: Er ist hart. Schon wieder. Die zwei mal heute morgen und eben sind nicht genug.

[16:17] Sie: Hast Du ihn in der Hand? Du sollst mir immer schreiben! Jedesmal! Jedesmal, wenn er hart ist! Jedesmal, wenn du daran denkst mich zu ficken!

[16:18] Er: Ok.

[17:11] Er: Wenn Du das Eigentum an ihm haben und uns voll und ganz abhängig von Dir machen willst, hast Du auch die Verantwortung für uns beide zu übernehmen. Du wirst uns teilhaben lassen! Du wirst schreiben. Vor jedem Fick und nach jedem Fick. Und Du wirst Bilder senden, Bilder die beweisen, dass Du es eben mit einem anderen Kerl getrieben hast.

[19:37] Sie: Ja. Das werde ich tun. Nicht mehr heute. Aber ab morgen. Jedesmal. Jedesmal, wenn ein Freier mich gleich ficken wird und danach, wenn er mich gefickt hat. Und ich werde dir Bilder senden, die das beweisen.


So beginnt die Geschichte in Auszügen. Und in wenigen Minuten wird sie irgendwo vor einer Tür stehen, klingeln, eintreten, Geld annehmen und danach ihre Beine breit machen. Aber kurz davor ins Bad gehen, um eine Textnachricht zu schicken...

Vielleicht ist es Deine Tür vor der sie gleich steht...

.
 

Anja

Chefin
Als Hure zu arbeiten ist das einfachste der Welt, denkst du? Man muss sich ausziehen, hinlegen, irgendwie nass werden. Seine Zunge in den Mund lassen, Berührungen wo auch immer mit einem passenden Stöhnen beantworten, ihn ein bisschen streicheln, mehr oder weniger kunstvoll seinen Schwanz wichsen, schauen, dass ein Gummi drauf kommt und drauf bleibt, ihn reinlassen, seinen Takt finden und dann mitspielen bis er glücklich spritzt und ihn dankbar anschauen und zwar so, dass er glaubt es dir gut besorgt zu haben, während du froh bist, dass du hoffentlich gleich gehen kannst.

Tatsächlich ist das für manche Frau vor allem Kopfarbeit und zwar weniger all die Dinge nicht zu vergessen, die er braucht und haben will, als die Notwendigkeit sich alles aus dem Kopf zu halten, was gerade störend dazwischen funken will.

Wenn der Kerl an den Du dauernd denken musst dich auffordert, dass du ihm vor Ort - schon beim Freier, aber noch vor dem Ficken - schreiben sollst, dann schafft das Unordnung und die nicht nur im Kopf, sondern auch anderswo. Denn diesen einen willst du haben. Jetzt sofort. Der Gedanke macht dich geil. Er macht dich nass. Aber...

Du willst aber gar nicht nass sein, du willst jetzt gar nicht mit irgendwem geil sein und du willst keine Lust haben. Du willst genau diese Illusion bei deinem Kunden hinterlassen, aber es keinesfalls empfinden. Es ist machbar geil zu wirken, aber nicht geil zu sein. Es ist Arbeit, richtig harte Arbeit, ungewollt wollend geil zu werden, es nicht zu wollen und es zugleich vorzuspielen.
 

Anja

Chefin
Es gibt wenig, das demütigender ist als ein fremder Schwanz in der Frau, die dir gehören soll. Und wenn du dich in eine Hure verknallt hast, kann dich das umbringen. Alternativ manipulierst du dich selbst. Du fängst an zu lieben, was dich schmerzt. Du willst lieber dabei sein, während ein Freier die Löcher deiner Frau fickt als im Ungewissen nichts zu wissen - außer dass es irgendwann heute Abend passieren wird. Dir ist klar in Anbetracht aller bekannten Fakten und allem was außerdem noch sein kann, dass es ungesund ist, sehr ungesund ist mit diesen Mächten zu spielen.

Trotzdem spielst du, spielst als ob dein Leben davon abhinge es in Gefahr zu bringen. Du weißt, dass sie sich gerade fertig macht, du weißt dass der Zeitraum des Eindringens quasi schon feststeht, wahrscheinlich feststeht, denn wer sollte bei diesem Prachtweib schon keinen hochkriegen?

Gleichzeitig macht dich der Gedanke an sie schon wieder geil. Nicht zuletzt, weil sie dir am Abend zuvor verboten hat zu spritzen, verboten hat zu wichsen. Und das solange bis sie wieder bei dir ist.

Du denkst daran wie geil es sie machen wird, an dich zu denken. Daran, dass sie nach dem Fick oder nach dem nächsten oder nach dem übernächsten irgendwann heute Nacht bei dir sein wird. Soll sie doch Spaß haben! Wirklich? Soll sie das? Passt es dir, wenn sie echte Orgasmen mit fremden Schwänzen hat? Immerhin denkt sie dabei an dich. Oder nicht? Wie lange kennt man sich? Ach, so, eigentlich nur ein paar Stunden.
 

Anja

Chefin
[15.05 19:42] Sie: Ich bin schon da. Bin im Bad. Bin nackt, habe nur noch Heels an. Überlege, ob ich ihn reinspritzen lasse. Zahlt gut. Komme vielleicht direkt danach.
 

Anja

Chefin
Du liest ihren Text. Gedanken rasen.

Spinnt die?

Ohne?

Zugleich wird dein Schwanz ganz hart. Du siehst sie vor deinem inneren Auge vor dir stehen, wie sie die Tage genau hier stand. Nackt nur in Heels. In dieser filmreifen Nacht. Haut, Spucke, Hitze, Schweiß.

Du willst sie packen, ihr eine scheuern. Sie brutal von hinten - und hinten - nehmen. Ihr den Arsch aufreißen.

Spinnt die?

Ohne?

Du stellst dir vor wie sie bläst, küsst, wichst, wie sie aufsitzt und auf einem fremden Schwanz sitzt. Du schaust Porno in deinem Kopfkino. Porno mit der einen, die dich scharf macht wie keine andere zuvor. Du siehst wie sie gehämmert wird, wie sie sich windet, wie sie stöhnt - ganz genau wie bei dir?

Dann zuckt der Kerl und spritzt, zieht sich zurück. Und sie öffnet ihre Beine als ob da eine Kamera stünde, die das Bild direkt in deinen Kopf schießt. Sie hat es getan. Sie hat sich ohne ficken lassen. Sie hat sich alles reinspritzen lassen.

Lächelt sie gerade?

Lacht sie dich aus?

Du siehst wie weißer Saft aus ihrer Fotze läuft.
 

Anja

Chefin
Den ganzen Abend lang hat er mich zugetextet. Er kann das. Und ich mag das. Sehr. Ich habe mitgespielt und ihm die Antworten geschrieben, die er braucht und hören will. Jedes Details erahnt, ausgemalt, angemalt, retour geschickt, wiederholt, was er fordert.

Besonders sexy habe ich mich nicht gefühlt in Sporthosen, Schlabbershirt und warmen Socken. Trotzdem hat er mich scheinbar berührt, haben seine Worte mich berührt, haben mich ganz nass gemacht - zumindest nach meinem Serienabend und im Schlaf und einem Traum indem er mich genauso gefickt hat wie die Tage zuvor bei ihm. Nur dass wir nicht die ganze Zeit geknutscht haben. Stattdessen hat er mich geohrfeigt. Nicht super fest, aber fest genug. Seit wann stehe ich auf Ohrfeigen? Komischer Gedanke.

Ich muss mich fertig machen, es ist Freitag, es dürften heute drei, vier, fünf Termine sein. Hoffentlich nicht wieder weit weg, hab keine Lust auf die Fahrerei. Könnte ihm dann aber all die Sachen schreiben, die mir durch den Kopf gehen.

Ich greife zum Telefon und schreibe:


Ich bin schon da. Bin im Bad. Bin nackt, habe nur noch Heels an. Überlege, ob ich ihn reinspritzen lasse. Zahlt gut. Komme vielleicht direkt danach.

Dann gehe ich ins Bad und föhne mir die Haare.
 

Anja

Chefin
20:35 Uhr. Ich bin verrückt. Verrückt im Kopf. Scheiß Fickerei! Kann sie jetzt nicht einfach nur nach Hause kommen? Couch, kuscheln, ein bisschen aneinander, ineinander, es schön haben, zusammen einschlafen... ich schreibe ihr...
 

Anja

Chefin
Da hat der junge Mann sich ein wenig überschätzt? Da hat die junge frau gerade keinen Kopf für?
Gefühle sind manchmal mächtiger als das Schwert, auf jeden Fall meistens mächtiger als das Wort geschrieben wie gedacht.

Hat sie tatsächlich jetzt keinen Kopf für seine Nachrichten oder passt ihr der Kuschelalarm nicht?
Ist er eigentlich doch nur ein lieber Kerl, der schmusig auf der Couch liegen will?

Und wird sie sich in den nächsten Minuten von irgendeinem fremden Kerl ohne ficken lassen? Womöglich von dir?

Tatsächlich bin ich quasi live dabei - mit Infos direkt und indirekt von beiden Seiten und ein wenig gedanklicher Farbe zum Ausmalen der Zwischenräume. Ich bin gespannt wie der Abend weitergeht. Oder auch nicht, das Abendessen ist schon lange überfällig.
 
Oben