Was bitte schön ist Rinsing?

In den letzten Wochen habe ich diverse Antworten auf diese Frage erhalten. Grundsätzlich ging es immer darum, dass Bildchen verkauft werden sollen. Dazu findet man diverse Definitionen und Kommentare, die ich mir jetzt mal anschauen will.

Rinsing sei digitale Prostitution

Bei einem Radiosender beispielsweise heißt es plakativ, dass Rinsing digitale Prostitution sei und junge Frauen moralische Werte mit den Füßen treten würden. Rinsining wird dort definiert als "Tausch von freizügigen Selfies, Fotos und Videos von 18 bis 29jährigen Frauen gegen Geld und Luxusartikel."

Falls Frauen sowas im Alter von über 29 Jahren machen, heißt es demnach anders? Und inwieweit ist es Prostitution, wenn man dümmliche Texte auf seiner Webseite parkt, um bei Google möglichst viele Klicks auf die eigene Seite abzuholen?

Aber zurück zum selten blöden Text beim Regenbogenradio. Dort heißt es weiterhin, dass Frauen, die mit solchen Bildchen Geld verdienen, nicht viel im Kopf hätten und gleiches für Männer gelte, die unten herum Druck hätten und als sogenannte Sugardaddies Geld für solche Bildchen ausgeben. So oder so wäre das Prostitution auch wenn sich Mann und Frau nicht treffen würden.

Wie funktioniert Rinsing?

Zur Überschrift "wie funktioniert Rinsing" gibt es dann eine Anleitung wie das ganz einfach funktionieren soll. Nämlich bei Instagramm einen Account aufmachen, ein paar Bildchen posten und sich dort zum Beispiel in Schuhen zeigen, die man sich nicht leisten kann. Es würden sich dann Schmierlatze melden, die der Dame helfen ihre Amazon-Listen abzuarbeiten im Austausch gegen Bildmaterial, das man sonst bei Instagramm gar nicht zeigen dürfe. Zum Abschluß folgt dann der Hinweis darauf, dass drei Schwestern in Großbritannien auf diesem Wege Luxusartikel im Wert von 100.000 Euro erhalten hätten.

Rinsining und unfassbare Abgründe?

Man wolle auf gar keinen Fall erklären wie Rinsing funktioniert oder jemanden zur Nachahmung anregen (100.000 Euro sind ja auch kein Anreiz, ist klar!), stattdessen wolle man auf unfassbare Abgründe im Internet und den sozialen Medien hinweisen und vor dem schockierenden Rinsing warnen. Man sorgt sich ganz dringlich, was nur aus solchen jungen Frauen werden soll, wenn sie sich so unmoralisch und quasi mit einem Bein schon im Rotlichmillieu stehend, verhalten würden.

Ich habe darauf ja auch keine Antwort, aber hoffe, dass aus solchen Frauen nicht noch mehr dümmliche Schreibkräfte werden, die solcherart Müll ins Internet stellen. Aber der Erfolg gibt einem recht, denn das Textchen steht bei Google ganz, ganz oben, so dass man zumindest aus seo-technischen Gründen mit diesem Quatschtext alles richtig gemacht hat.